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Maut
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Maut ist ein aus dem Althochdeutschen mĹŤta (vgl. gotisch mĹta) abgeleiteter Begriff fĂźr eine Zollabgabe im Sinne eines Wegzolls. FrĂźher wurden auch die Bezeichnungen Wegegeld oder Chausseegeld bzw. BrĂźckengeld verwendet.cite-ref-1905-meyers-1-0[1] Ein alternativer Begriff fĂźr Maut ist StraĂenbenutzungsgebĂźhr (im Gegensatz z. B. zu ParkgebĂźhr). Der Begriff beschreibt eine territorial gebundene GebĂźhr fĂźr die Nutzung von Verkehrsbauwerken (z. B. StraĂen, BrĂźcken, Autobahnen und Tunneln). Es lassen sich urbane (städtische) (siehe Innenstadtmaut) und interurbane (zwischenstädtische) StraĂenbenutzungsgebĂźhren (AutobahngebĂźhren, ggf. auch fĂźr LandstraĂen) unterscheiden. Zudem kĂśnnen StraĂenbenutzungsgebĂźhren kilometerabhängig oder festpreisbezogen ausgestaltet sein.
Contents
⢠Innenstadtmaut
⢠Dänemark
⢠Deutschland
⢠Ăsterreich
⢠Schweiz
⢠Liechtenstein
⢠Belgien
⢠Estland
⢠Frankreich
⢠Italien
⢠Kroatien
⢠Niederlande
⢠Norwegen
⢠Polen
⢠Portugal
⢠Schweden
⢠Slowakei
⢠Slowenien
⢠Spanien
⢠Tschechien
⢠Tßrkei
⢠Ungarn
⢠Mautprellerei
⢠Sonstiges
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Historischer Hintergrund
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Hauptartikel
:
Wegzoll
Dokumente aus dem 11. Jahrhundert wiesen nach, dass WegzĂślle in Europa verbreitet waren. Mittelalterliche Mautregeln wie auch neuzeitliche Mautgesetze wurden eingefĂźhrt, weil die Finanzierung von StraĂen (Bau und Erhalt) den Nutzern Vorteile verschafft und den Anrainern die Kosten Ăźberlässt. Mit der Zahlung der Maut sollen die Nutzer an der Finanzierung, fĂźr die Anrainer in Vorlage gingen, beteiligt werden. Andere historische Formen der Finanzierung waren der Frondienst (jeder muss dem Staat eine bestimmte Zahl von Tagen kĂśrperlicher Arbeit zur VerfĂźgung stellen) oder auch Steuern fĂźr Anrainer (z. B. im alten Rom). MautbrĂźcken und Tore waren beliebt, weil sie leicht zu kontrollieren (und schlechter zu umgehen) waren und selten instand gesetzt werden mussten, anders als die StraĂen selbst. Historisch entstandene Behinderungen wurden nach und nach abgebaut, da sie den freien Handel behinderten.
In GroĂbritannien gab es in frĂźhindustrieller Zeit die Turnpike Roads, FernstraĂen, die von Mautgesellschaften (Turnpike Trusts) verwaltet und unterhalten wurden. Das âturnpikeâ war eine Barriere, die nach Entrichtung der Maut geĂśffnet wurde.cite-ref-2[2]
Ziele und Prinzipien
Die Ziele von neuzeitlichen StraĂenbenutzungsgebĂźhren kĂśnnen sein:
⢠die Finanzierung bestehender oder zukĂźnftiger StraĂeninfrastruktur und Begleichung der Bau- und Betriebskosten fĂźr die Wege (Wegekosten mit dem Ziel der Herstellung einer Kostenwahrheit im Verkehr);
⢠die Steuerung der Nachfrage nach dem knappen Gut âStraĂeâ mit dem Ziel der Staureduktion bzw. dessen effizientere Nutzung (Travel Demand Management) â hierbei ist eine Preisdifferenzierung bzw. dynamic pricing sinnvoll um die Auslastung entsprechend zu steuern;
⢠die Entlastung der Umwelt durch einen Preis und somit Verringerung der motorisierten Verkehrsteilnahme;
⢠die Generierung von zusätzlichen Einnahmen fßr die Üffentlichen Haushalte;
⢠die Internalisierung von externen Kosten. Das sind Umweltkosten, die vom Verursacher nicht vollständig getragen werden, wie die sozialen und Ükologischen Kosten durch Lärmemissionen und Luftverschmutzung sowie Teile der Unfallfolgekosten (beispielsweise Ressourcenausfallkosten).
⢠verkappte Vergeltung fßr nationale Regelungen von Nachbarländern und Ausgleich unpopulärer politischer Disparitäten.
⢠Entlastung Üffentlicher Haushalte durch private (Vor-)finanzierung zum Beispiel im Rahmen einer Public Private Partnership. Wenn Staatsanleihen zinsgßnstiger sind als entsprechende Kredite auf dem privaten Markt ist dieses Modell jedoch fragwßrdig.
Allgemein lassen sich zwei Prinzipien der Mautberechnung unterscheiden:
⢠Bei der zugangsbezogenen GebĂźhr wird das Recht auf Zugang fĂźr die Nutzung bestimmter StraĂen (Areale, Bauwerke etc.) erworben, ohne dass es auf die tatsächliche Nutzung ankommt. Der Zugang kann zeitlich beschränkt sein, beispielsweise Tag, Woche, Monat, Jahr. Diese Art der Maut wird meist per Autobahnvignette erhoben und ist vergleichsweise einfach zu erheben und zu kontrollieren. Sie benachteiligt Wenig-Fahrer oder kurzzeitige Besucher eines Landes, und begĂźnstigt Viel-Fahrer.
⢠Bei der nutzungsabhängigen Gebßhr zahlt der Mautpflichtige abhängig von der tatsächlich erfolgten Nutzung, ggf. an einer Mautstelle. Die Maut kann räumlich definiert sein: zurßckgelegte Entfernung, durchfahrene Abschnitte, Anzahl (Tunnel-)Durchfahrten oder zeitlich (Gebßhr in Abhängigkeit vom Aufenthalt in einer Zone). Darßber hinaus kÜnnen beispielsweise entfernungsbezogene Gebßhren zeitlich variieren (im Berufsverkehr hÜher etc.)
Die HĂśhe einer Maut kann von verschiedenen Eigenschaften des Nutzers bzw. seines Fahrzeuges abhängig gemacht werden. Am häufigsten ist sie abhängig von der GrĂśĂe, Länge bzw. dem Gewicht des Fahrzeugs (z. B. Mautpflicht fĂźr Pkw und Lkw-Maut), aber auch andere Abhängigkeiten (Achszahl, Schadstoffklasse, Nutzungszeit und Wochentag, Art der transportierten GĂźter) kommen vor.
Es gibt landesweite Mautsysteme und streckenbezogene MautstraĂen, letztere sind teils PrivatstraĂen.
Innenstadtmaut
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Hauptartikel
:
Innenstadtmaut
Eine Innenstadtmaut bezeichnet die Erhebung von GebĂźhren fĂźr die Nutzung innerstädtischer StraĂen in der Regel fĂźr Lkw und Pkw.
Die Städte Singapur und Hongkong gelten unter Verkehrsplanern als âklassischeâ Beispiele fĂźr Verkehrsminderung und -beruhigung durch Mauterhebung fĂźr die Einfahrt von Kraftfahrzeugen in den Innenstadtmaut-Bereich. In Hongkong ist allerdings die EinfĂźhrung letztlich am Widerstand der Ăffentlichkeit gescheitert. Bereits Mitte der 1980er-Jahre Ăźbernahmen norwegische Städte diese Maut (Bergen, Trondheim, Oslo). In Bergen wurde 1985 die Einfahrt in die Innenstadt an die Entrichtung einer GebĂźhr von 25 Kronen (etwa 3 Euro) an speziellen Mautstellen gekoppelt. Während die Modelle in Norwegen hauptsächlich der StraĂenfinanzierung dienen, begrĂźnden Kommunen die Erhebung der StraĂenbenutzungsgebĂźhr zunehmend mit dem Umweltschutz. Die Verteuerung des Individualverkehrs soll Anreize fĂźr den Umstieg auf Ăśffentliche Verkehrsmittel geben.
Im Februar 2003 wurde in London eine StraĂenbenutzungsgebĂźhr (London Congestion Charge) eingefĂźhrt, um die Stauprobleme in der Innenstadt zu lĂśsen. Jeder Autofahrer, der werktags zwischen 7 Uhr und 18 Uhr in die Innenstadt einfährt, hat 10 Pfund (Stand: 4. Januar 2011) (etwa 12 Euro) zu zahlen. Es gibt auch Varianten, bei denen die Zufahrtswege in die Städte bemautet werden: zum Beispiel San Diego, Tokio. Die Stockholmer BevĂślkerung hat sich am 24. September 2006 fĂźr eine Auto-Maut in ihrer Innenstadt ausgesprochen. 53,1 % der etwa 600.000 Wahlberechtigten stimmten bei dem Referendum fĂźr die Maut.cite-ref-3[3]
Mautsysteme in Europa
Mautsysteme gibt es in mehreren europäischen Staaten:
⢠in Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Ăsterreich, Polen, Portugal, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn (alles EU-Mitglieder)
⢠in Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und der Tßrkei (EU-Beitrittskandidaten)
In den Ländern der Europäischen Union mĂźssen die Mautregelungen fĂźr StraĂenbenutzungsgebĂźhren â zum Beispiel Autobahnvignette â mit EU-Recht vereinbar sein. Ungleichbehandlungen aufgrund der StaatsangehĂśrigkeit sind nach Art. 18 AEUV verboten (siehe auch Diskriminierungsverbot). Dies gilt auch fĂźr sogenannte âversteckte Diskriminierungenâ, die zwar nicht ausdrĂźcklich an das Merkmal der StaatsangehĂśrigkeit anknĂźpfen, aber faktisch zu demselben Ergebnis fĂźhren.
Die EU-Kommission hat am 14. Mai 2012 eine âMitteilung Ăźber die Erhebung nationaler StraĂennutzungsgebĂźhren auf leichte Privatfahrzeugeâ herausgegeben. Sie will (Stand: Juli 2012) durch âLeitlinienâ klarstellen, wie die Mitgliedstaaten ihre Vignettensysteme fĂźr leichte Privatfahrzeuge EU-rechtskonform ausgestalten kĂśnnen.cite-ref-cep-4-0[4] Sie hält Mautsysteme grundsätzlich fĂźr besser als Vignettensysteme, da es sich um âentfernungsabhängige, unmittelbar mit der Nutzung der Infrastruktur verbundene Entgelte handeltâ und sie fordert die EinfĂźhrung von Kurzzeitvignetten, damit Fahrer aus anderen Mitgliedstaaten nicht benachteiligt werden.cite-ref-cep-4-1[4]
Der Sachverständigenrat fßr Umweltfragen (SRU) schrieb 2005 in einem Gutachten:
âDie Bundesregierung sollte sich im Rahmen der âEurovignettenâ-RL dafĂźr einsetzen ⌠StraĂennutzungsgebĂźhren fĂźr PKW (PKW-Maut) sollten aus Akzeptanz- und DatenschutzgrĂźnden sowie zur Vermeidung einer Verkehrsverlagerung auf das untergeordnete StraĂennetz ⌠nur zur Entlastung von besonders verkehrsreichen Ballungsräumen eingesetzt werden.âcite-ref-5[5]
âGemeinsameâ Lkw-StraĂenmaut in Europa
Zum 1. Januar 1995 fĂźhrten Belgien, Dänemark, Deutschland, Luxemburg, Niederlande und Schweden eine AutobahnbenutzungsgebĂźhr fĂźr Lkw auf der Basis des Ăbereinkommens Ăźber die Erhebung von GebĂźhren fĂźr die Benutzung bestimmter StraĂen mit schweren Nutzfahrzeugen (sog. Eurovignettensystem) ein. Mit EinfĂźhrung des Toll-Collect-Systems 2003 trat Deutschland aus dem Ăbereinkommen aus. Belgien hat 2016 ein eigenes, streckenbasiertes System eingefĂźhrt und gehĂśrt seitdem nicht mehr zu den Eurovignetten-Ländern.cite-ref-6[6] Ab 1. Januar 2025 wird Dänemark aus dem System aussteigen,cite-ref-7[7] so dass die Eurovignette dann nur noch in Luxemburg, den Niederlanden und in Schweden gilt. Sie ist in diesen Ländern fĂźr Nutzfahrzeuge ab einer zulässigen Gesamtmasse von 12 Tonnen verpflichtend.
Die EU-Verkehrsminister sind seit Längerem bestrebt, ein mĂśglichst einheitliches Mautsystem einzufĂźhren. Am 18. Dezember 2003 ĂźberlieĂen das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union die Entscheidungen fĂźr die Technik des jeweiligen Lkw-Mautsystems den einzelnen Mitgliedstaaten. Allerdings sollten die Systeme kompatibel sein. Die Verhandlungen scheiterten zuletzt am 9. März 2004 an Deutschland und Ăsterreich. Es wird vermutet, dass beide Staaten relativ hohe Berechnungsgrundlagen fĂźr die MautgebĂźhren durchsetzen wollten. Am 9. April 2004 erlieĂen das Europäische Parlament und der Rat eine Richtlinie zur Interoperabilität europäischer Mautdienste (EETS). Diese Richtlinie befindet sich derzeit in der Umsetzung. Ab 2013 sollte fĂźr die Mautsysteme der EU-Staaten nur noch ein gemeinsames GebĂźhrenerfassungsgerät (On-Board-Unit) notwendig sein.
Damit wurde der Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt, die ab 2012 generell ein (vorzugsweise mittels Galileo) satellitengestßtztes System vorschreiben wollte. Nun steht jedem Mitgliedstaat die Auswahl frei. Die Systeme mßssen nur kompatibel zueinander sein. Diese Entscheidung hängt nach Zeitungsberichten unmittelbar mit den Problemen zusammen, die es anfangs bei der Einfßhrung eines satellitengestßtzten Lkw-Mautsystems durch Toll Collect in Deutschland gegeben hatte.cite-ref-faz-net-8-0[8]
Seit dem 1. Januar 2005 läuft die Mauterhebung in Deutschland weitestgehend ohne Probleme. Damals galt die satellitengestßtzte Feststellung der zu zahlenden Fahrtstrecken als die fßr den Benutzer bequemste und flexibelste Variante; sie wurde auch als Vorzeigetechnologie beworben und galt manchen als eine Rechtfertigung fßr das Galileo-Projekt. Seit Langem ist praktisch ßberall mobiles Internet mÜglich (namentlich mit Notebooks und Smartphones); die Vorab-Buchung mittels Internetportal hat sich etabliert. Die aufgestellten Terminals haben an Bedeutung verloren.
âGemeinsameâ Pkw-StraĂenmaut in Europa
Unterschiedliche Systeme in Europa stellen fĂźr Autofahrer eine Belastung und ein Mobilitätshindernis dar. Die EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc machte sich daher im Januar 2015 fĂźr eine europaweite kilometerabhängige Pkw-Maut stark. Mittelfristig soll ein europäisches System fĂźr Lkw und Pkw entwickelt werden, das die gefahrenen Kilometer mit einem einheitlichen Gerät abrechnet. Offen bleibt, ob alle Staaten Maut erheben sollen und auf welche StraĂen sich die GebĂźhren beziehen sollen.cite-ref-9[9]
Dänemark
In Dänemark sind mautpflichtig
⢠die StorebÌltsbroen,
⢠die von einer internationalen Gesellschaft gebaute und getragene Ăresundquerung, und
⢠die 18 km lange Fehmarnbelt-Querung im Zuge der Bundesautobahn 1 nach Dänemark soll mithilfe einer Maut refinanziert werden.
Deutschland
Geschichte
Im Mittelalter war die Maut oft mit Geleitsabgaben (wie dem Leibzoll) und ZĂśllen vermischt. Speziell in Deutschland bildete die Maut eine âQuelle finanzieller Ausbeutungâ, was sich in den Begriffen Wegzoll sowie Wegeregal niederschlug. Im 19. Jahrhundert setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Erhebung von Wegegeld nicht nur erheblichen Aufwand und Kosten verursacht, sondern auch â nicht zuletzt wegen der erforderlichen Schlagbäume â die wirtschaftliche Entwicklung behindert. Folglich kam es zur Aufhebung 1828 in Bayern und WĂźrttemberg (im inneren Verkehr), 1831 in Baden, 1865 in Kurhessen sowie 1875 in PreuĂen (in Frankreich wurden Wegegelder bereits 1806 abgeschafft). Nur BrĂźckengelder wurden auch im 19. Jahrhundert noch in grĂśĂerem Umfang erhoben.cite-ref-1905-meyers-1-1[1]
Aktuelle Situation
In Deutschland wird durch ein aufwändiges technisches System fĂźr Lkw eine Maut auf den Bundesautobahnen und auf allen BundesstraĂen erhoben. Eine Maut fĂźr Pkw ist nach Plänen des frĂźheren Verkehrsministers Dobrindt bereits in Planung.
Vom Staat erhobene GebĂźhren mĂźssen in der Bundesrepublik Deutschland wieder dem Sachgebiet, in dem sie erhoben worden sind, zugutekommen, in diesem Fall der Instandhaltung und dem Neubau von Verkehrsinfrastruktur. Sie flieĂen â abzĂźglich der BetreibervergĂźtung fĂźr Toll Collect â an die Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft. Die Maut-GebĂźhren werden im Rahmen von âĂśffentlich-privaten Partnerschaftsâ-Projekten im Gegenzug fĂźr StraĂenbau und -erhaltung bei einigen Strecken (derzeit vier Autobahnabschnitte, geplant sind weitere siebencite-ref-a1-ausbau-11-0[11]) auch an private Unternehmen gezahlt.
Lkw-Maut
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Hauptartikel
:
Lkw-Maut in Deutschland
Deutschland nahm von 1995 bis 2003 am Eurovignettensystem teil. Dieses wurde 2005 durch eine entfernungsabhängige Lkw-Maut auf Autobahnen ersetzt. Die Maut wurde inzwischen auf BundesstraĂen und Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen zGG ausgeweitet. Wegen verschiedener Probleme des mit der Realisierung beauftragten Unternehmens Toll Collect wurde der ursprĂźngliche Termin 2003 nicht gehalten.
Pkw-Maut
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Hauptartikel
:
Pkw-Maut in Deutschland
Seit den 1990er-Jahren wurde die EinfĂźhrung einer Pkw-Maut diskutiert. Eine EinfĂźhrung wurde schlieĂlich im Koalitionsvertrag fĂźr das Kabinett Merkel III festgelegt. Ăberlegungen, diese nur fĂźr ausländische Pkw (2013) oder fĂźr alle StraĂen im Bundesgebiet einzufĂźhren (Konzept Juli 2014) wurden fallen gelassen.
Durch das am 12. Juni 2015 in Kraft getretene Infrastrukturabgabengesetz (InfrAG)cite-ref-12[12] wurde in Deutschland eine generelle Abgabenpflicht fßr Pkw (§ 1 Abs. 1 InfrAG) eingefßhrt. Der Europäische Gerichtshof entschied am 18. Juni 2019, dass die hiermit beschlossene Pkw-Maut mit EU-Recht unvereinbar sei, da dadurch ausländische Fahrzeughalter diskriminiert wßrden.cite-ref-9-13-0[13]
§ 1 Abs. 1 InfrAG sieht nach seinem Wortlaut zwar nur eine Abgabepflicht fĂźr Benutzung von BundesfernstraĂen nach § 1 des BundesfernstraĂengesetzes (FStrG) vor; dies hat jedoch zur Folge, dass die Infrastrukturabgabe (Maut) ausschlieĂlich dem Bund zusteht. Eine Zulassung zu deren Nutzung ist fĂźr inländische Pkw ohne Nachweis der Entrichtung der Abgabe und Ausgleich eventueller RĂźckstände nicht mĂśglich (§ 9 Abs. 3 und 5 InfrAG). Bereits zugelassene Pkw werden ohne deren Entrichtung nach Beginn der Erhebung nach § 9 Abs. 6 InfrAG von Amts wegen auĂer Betrieb gesetzt.
Die HĂśhe der Abgabe richtet sich nach der Anlage zum InfrAG und beträgt maximal 130 Euro. Gleichzeitig mit Beginn der Erhebung der Infrastrukturabgabe tritt eine Kfz-Steuer-ErmäĂigung fĂźr inländische Halter in gleicher HĂśhe in Kraft (Art. 1 Nr. 7 in Verbindung mit Art. 3 Abs. 2 des Zweiten Verkehrsteueränderungsgesetzes).
Maut fĂźr Einzelbauwerke
Ein frĂźherer Sonderfall einer bundeseigenen, mautpflichtigen StraĂe ist die RoĂfeldhĂśhenringstraĂe. Rechtlich ist sie eine PrivatstraĂe der Bundesrepublik Deutschland. Des Weiteren gibt es in Bayern einige kleinere private oder gemeindeeigene MautstraĂen, fĂźr deren Benutzung MautgebĂźhren verlangt werden.
Seit September 1994 besteht mit dem FernstraĂenbauprivatfinanzierungsgesetz die MĂśglichkeit, den Bau, die Erhaltung, den Betrieb und die Finanzierung von BrĂźcken und Tunneln im Zuge von Bundesautobahnen und BundesstraĂen an private Unternehmen zu Ăźbertragen (siehe: Ăffentlich-private Partnerschaft und F-Modell). Zur Refinanzierung erhalten diese dann das Recht zur Erhebung von MautgebĂźhren.
Das Gesetz wird wie folgt umgesetzt: Beim sogenannten âF-Modellâ baut und betreibt ein Privater die StraĂe mit einer Ăśffentlichen Anschubfinanzierung von in der Regel 20 % und erhält 30 Jahre lang eine fĂźr diese Strecke gesondert berechnete Maut fĂźr Pkw und Lkw. Dieses Modell ist bisher bei nur zwei Projekten angewandt worden, dem 2003 erĂśffneten Warnowtunnel bei Rostock und dem 2005 in Betrieb gegangenen Herrentunnel bei LĂźbeck. Beim Herrentunnel wurden nicht 20 %, sondern 55 % von der Ăffentlichen Hand als Anschubfinanzierung geleistet. BegrĂźndet wurde dies damit, dass ein Neubau der baufälligen HerrenbrĂźcke, die durch den Herrentunnel ersetzt wurde, eben diese Kosten verursacht hätte. Diese Finanzierung ist sowohl fĂźr die geplante Hafenquerspange (A 252 entlang dem Stadtteil Wilhelmsburg und durch Teile des Hamburger Hafens) als auch fĂźr die Elbquerung der A 20 bei GlĂźckstadt und die Elbquerung der A 21 bei LĂźneburg vorgesehen. Grundgedanke ist dabei, dass bei Projekten dieser Art der Nutzen fĂźr die Pkw- und Lkw-Fahrer so groĂ sei, dass sie bereit sind, dafĂźr zusätzliche Entgelte zu zahlen, weil sie Zeit und/oder Geld sparen.
⢠In Rostock wurde am 12. September 2003 der Warnowtunnel erĂśffnet. Der StraĂentunnel verbindet als BundesstraĂe 103 die Regionen westlich und Ăśstlich der WarnowmĂźndung und bildet mit der A 19 im Osten und der A 20 im SĂźden den äuĂeren Tangentenring Rostocks. Erbaut und finanziert wurde der 220 Mio. Euro teure Tunnel vom franzĂśsischen Konzern Bouygues, der auch die Betriebskonzession fĂźr 50 Jahre besitzt. FĂźr die Fahrt durch den Tunnel wird fĂźr Pkw eine Maut von etwa fĂźnf Euro erhoben.
⢠Am 26. August 2005 wurde in Lßbeck der mautpflichtige Herrentunnel unter der Trave hindurch erÜffnet. Er ersetzt die baufällige Herrenbrßcke (Klappbrßcke) im Verlauf der B 75 zwischen Lßbeck und Travemßnde.
Bei beiden Projekten ist weit weniger Verkehr angefallen, als in den Prognosen vorausgesagt worden war. Daraufhin wurde der Zeitraum, in dem der private Betreiber Maut erheben kann, fßr den Warnowtunnel von 30 auf 50 Jahre verlängert. Beim Herrentunnel wurde das Tarifsystem geändert; die Maut fßr Einzelfahrten wurde erhÜht und ein Rabattsystem eingefßhrt. Der Fehlschlag der beiden Projekte ist im Wesentlichen darauf zurßckzufßhren, dass die Wirkung einer Maut auf das Verhalten der Nutzer falsch eingeschätzt wurde und daher unrealistische Prognosen ßber den zu erwartenden Verkehr erstellt wurden.
Weitere geplante Mautpflicht-Projekte:
⢠Bundesautobahn 8 â Zwischen MĂźhlhausen und Hohenstadt soll der Albaufstieg durch eine Maut refinanziert werden.
⢠Bundesautobahn 281 â Eine Weserquerung als Tunnel oder BrĂźcke soll durch eine Maut refinanziert werden.
Siehe auch
:
Liste von MautstraĂen in Deutschland
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Ăsterreich
Das gesamte Autobahn- und SchnellstraĂennetz Ăsterreichs (BundesstraĂen, StraĂen in Bundesbesitz) mit einer Länge von mehr als 2000 Kilometern wird von der staatlichen Autobahn- und SchnellstraĂen-Finanzierungs-AG (ASFINAG) des Verkehrsministeriums betrieben.
Seit 1997 wird auf allen Autobahnen und SchnellstraĂen des Landes von allen ausländischen und inländischen Fahrzeugen eine Maut erhoben. Die Einnahmen aus der Maut kommen ausschlieĂlich der ASFINAG zugute. Diese wird fĂźr Pkw, Motorräder sowie Kraftfahrzeuge bis 3,5 t zulässige Gesamtmasse in Form von Autobahnvignetten (auch Autobahnpickerl oder Mautpickerl genannt), die ordnungsgemäà auf der Windschutzscheibe kleben mĂźssen, verrechnet. Bei Motorrädern ist die Vignette an einem sauberen und nicht auswechselbaren AuĂenteil des Motorrades, wie z. B. am Gabelholm oder am Tank zu befestigen. Seit 2018 gibt es fĂźr einspurige Fahrzeuge und Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen auch die MĂśglichkeit einer digitalen Vignette, hierbei wird das Kennzeichen in einem Ăśffentlich zugänglichen Register, der âVignettenevidenzâ, gespeichert.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]
FĂźr das Jahr 2025 gelten fĂźr Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gewicht folgende Tarife:
⢠Pkw/Wohnmobil: 1-Tages-Vignette 9,30 Euro, 10-Tages-Vignette: 12,40 Euro, 2-Monats-Vignette: 31,10 Euro, Jahresvignette: 103,80 Euro.
⢠Motorrad: 1-Tages-Vignette 3,70 Euro, 10-Tages-Vignette: 4,90 Euro, 2-Monats-Vignette: 12,40 Euro, Jahresvignette: 41,50 Euro.
⢠Fßr Pkw-Anhänger besteht grundsätzlich keine zusätzliche Vignettenpflicht.
Vignetten sind an vielen Tankstellen und Trafiken (Tabakgeschäften), an Autobahn- und SchnellstraĂen-Raststätten sowie bei den Verkehrsclubs ĂAMTC und ARBĂ erhältlich. Die digitale Vignette kann online bei der Autobahn- und SchnellstraĂen-Finanzierungs-AG (ASFINAG) gekauft werden. FĂźr Unternehmer ist die digitale Vignette sofort gĂźltig, fĂźr Konsumenten wegen des Widerrufsrechts erst nach 18 Tagen.cite-ref-16[16]
Im Falle einer Nutzung der Autobahnen und SchnellstraĂen ohne gĂźltige Vignette drohen aktuell folgende GeldbuĂen:
⢠Bei fehlender, abgelaufener, ungßltiger oder nicht ordnungsgemäà befestigter Vignette: Ersatzmaut von 120 Euro (Pkw/Wohnmobil), 65 Euro (Motorrad).
⢠Im Falle einer Manipulation der Vignette sind 240 Euro (Pkw/Wohnmobil) bzw. 130 Euro (Motorrad) als Ersatzmaut vorgesehen.
⢠Werden die vorgesehenen Beträge nicht beglichen, folgen Verwaltungsstrafen zwischen 300 Euro und 3000 Euro.
Die Kontrolle der Pkw-Maut und Lkw-Maut erfolgt seit 2017 ausschlieĂlich durch die Beamten der Ăśsterreichischen Mautaufsicht. Diese ist mit weitreichenden Befugnissen wie Recht zur Anhaltung, Identitätskontrolle (FĂźhrerschein, Reisepass oder Personalausweis), Fahrzeugkontrolle, Blaulicht am Streifenwagen etc. ausgestattet. Die Kontrollen kĂśnnen jederzeit durch Ausleiten aus dem FlieĂverkehr, an Rastplätzen, Autobahnauf- und -abfahrten, auf speziellen Kontrollplätzen, durch die der Verkehr mittels Verkehrsleitanlagen ausgeleitet wird, erfolgen. DarĂźber hinaus wird die Vignette durch Kamerasysteme (die Automatische Vignettenkontrolle â AVK) kontrolliert.cite-ref-17[17]
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Hauptartikel
:
Lkw-Maut in Ăsterreich
Am 1. Januar 2004 wurde fĂźr alle Fahrzeuge Ăźber 3,5 Tonnen Gesamtgewicht die Vignette durch eine streckenbezogene Lkw-Maut abgelĂśst. Betrieben wird das weltweit erste flächendeckende Multilane-Freeflow-Mautsystem durch die Europpass-Lkw-Mautsystem GmbH, ursprĂźnglich eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der italienischen Autostrade S.p.A., dem grĂśĂten Mautbetreiber Europas; sie wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2005 von der ASFINAG Ăźbernommen. Zusätzlich gibt es bei den Sondermautstrecken eine hĂśhere Maut. Die Mauttarife sind nach Anzahl der Achsen und EURO-Emissionsklassen gestaffelt und werden mittels GO-Box mit Mikrowellentechnologie, vollelektronisch und ohne Beeinträchtigung des Verkehrsflusses im Pre-Pay- oder Post-Pay-Verfahren eingezogen.
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Hauptartikel
:
Sondermautstrecke
FĂźr einige Streckenabschnitte, Tunnel und BrĂźcken wird eine Sondermaut erhoben. Diese finanziert zweckgebunden in der ASFINAG den weiteren Ausbau einiger der abnorm teuren Alpentransversalen, wo ein Streckenkilometer durchschnittlich weit Ăźber das Zehnfache eines normalen Autobahnkilometers kostet. FĂźr diese Streckenabschnitte ist (aus EU-rechtlichen GrĂźnden) formal keine Vignette erforderlich. Da jedoch die Ăźbliche Zufahrt zu den Sondermautstrecken im Allgemeinen Ăźber vignettenpflichtige StraĂen fĂźhrt, muss in der Regel trotzdem eine Vignette gekauft werden, die in der Praxis zusätzliche Mautkosten fĂźr eine bestimmte Strecke bedeutet. Pendler, die auf ihrem Arbeitsweg eine der Sondermautstrecken befahren mĂźssen, bekommen jedoch bei vorhandener Jahresvignette eine kostenlose Jahreskarte fĂźr âihreâ Strecke. Diese Sondermaut wird an Mautstationen erhoben, in denen bar oder mit speziellen Wertkarten bezahlt werden kann (bei Lkw Ăźber die GO-Box ohne Stopp).
Abseits von den Autobahnen gibt es mautpflichtige PrivatstraĂen, wie z. B. die GroĂglockner-HochalpenstraĂe, die Malta-HochalmstraĂe oder die Silvretta-HochalpenstraĂe. Zur Bemautung der StraĂe durch den Felbertauerntunnel mahnte die EU-Kommission 2014 wiederholt eine Ănderung des Mautsystems an, da lokal zugelassene Fahrzeuge kostenlos fahren und dies â nach Ansicht der Kommission â eine unzulässige Diskriminierung von UnionsbĂźrgern darstellt.cite-ref-18[18]
Siehe auch
:
Liste von MautstraĂen in Ăsterreich
ch
Schweiz
Die BenĂźtzung Ăśffentlicher Strassen ist in der Schweiz gebĂźhrenfrei (Art. 82 Abs. 3 BV). Diese Bestimmung hat ihren Hintergrund in den zahlreichen WegzĂśllen, die im 19. Jahrhundert Handel und Wirtschaft ĂźbermäĂig behindert hatten. Ausnahmen mĂźssen von der Bundesversammlung genehmigt werden oder in der Bundesverfassung verankert sein. Das ist bei der Nationalstrassenabgabe (Art. 85a BV) und bei der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA; Art. 85 BV) der Fall.cite-ref-0-19-0[19]cite-ref-20[20]
In der Schweiz wird fßr alle Motorfahrzeuge und Anhänger bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht die Nationalstrassenabgabe fßr die Benutzung von Autobahnen und Autostrassen (Nationalstrassen 1. und 2. Klasse) erhoben. Die Abgabe wird in Form der Autobahnvignette bezahlt.
Eine Vignette ist jeweils gĂźltig fĂźr die Zeit vom 1. Dezember vor dem aufgedruckten Jahr bis zum 31. Januar des Folgejahres. Sie kostet 40 Schweizer Franken.cite-ref-21[21] Eine ErhĂśhung des Vignettenpreises auf 100 CHF/Jahr wurde am 24. November 2013 in einer Volksabstimmung abgelehnt.cite-ref-22[22] Tages-, Wochen- oder Monatsvignetten gibt es nicht.
Das Benutzen von Autobahnen und Autostrassen des Nationalstrassennetzes ohne Vignette wird mit einer Ordnungsbusse von 200 Franken bestraft.cite-ref-999-23-0[23] Lenker eines Fahrzeuges mit einer nicht korrekt angeklebten Vignette â beispielsweise mit einer selbstklebenden Folie versehenen â werden ebenfalls mit einer Ordnungsbusse von 200 Franken geahndet.cite-ref-1-24-0[24] Die BuĂe kann bereits an der Grenze erhoben werden.
Die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LKW (LSVA) ist eine elektronisch erhobene, entfernungsabhängige Maut fĂźr Lkw ab 3,5 Tonnen, die fĂźr alle StraĂen in der Schweiz und Liechtenstein erhoben wird. Sie startete am 1. Januar 2001.
Der Grosse-St.-Bernhard-Tunnel ist die einzige von der Bundesversammlung genehmigte einzelmautpflichtige StraĂe der Schweiz.cite-ref-25[25] Er wird von einer Privatfirma betrieben. Die PassstraĂe zum Hospiz und weiter nach Italien ist mautfrei. Ohne Genehmigung durch die Bundesversammlung wird auch fĂźr die Durchfahrt durch den Munt-la-Schera-Tunnel zwischen Punt la Drossa (an der StraĂe zum Ofenpass) und Punt dal Gall, die VerbindungsstraĂe vom Unterengadin ins benachbarte italienische Livigno, eine Maut erhoben. Die Mautstation befindet sich bei der Staumauer des Lago di Livigno unmittelbar vor der italienischen Grenze. Ebenfalls werden Benutzungskosten bei gewissen kleineren BergsträĂchen erhoben. Aus rechtlicher Sicht ist es zulässig, ÂŤAusnahmebewilligungen fĂźr das Befahren von Strassen, die grundsätzlich einem Fahrverbot unterliegen, an die Leistung einer GebĂźhr zu knĂźpfenÂťcite-ref-0-19-1[19] (Beispiel: die Zufahrt nach Zermattcite-ref-26[26]). Der Benutzerkreis mĂźsste aber eng beschränkt bleiben. Wenn eine StraĂe fĂźr die Ăffentlichkeit befahrbar ist, so wĂźrde aber der Grundsatz der GebĂźhrenfreiheit gelten, auch wenn die StraĂe nicht in staatlichem Besitz ist. In der Praxis scheint aber ÂŤeinfach die Macht des Faktischen zu obsiegen, indem sich an einzelnen GebĂźhrentatbeständen in eher abgelegenen ländlichen Verhältnissen offenbar schlicht niemand stĂśrt und diese daher stillschweigend toleriert werden, obwohl sie die Vorgaben von Art. 82 Abs. 3 verletzen.Âťcite-ref-0-19-2[19]
Siehe auch
:
Liste gebĂźhrenpflichtiger Strassen in der Schweiz
Liechtenstein
Liechtenstein unterhält keine Autobahnen. Die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LKW wird gemeinsam mit der Schweiz erhoben (siehe oben).
Belgien
Seit 1991 ist in Antwerpen der mautpflichtige Liefkenshoektunnel in Betrieb. Die FĂśderalregierung Belgiens hat zum 1. April 2016 eine Maut (7 bis 30 Cent pro Kilometer) eingefĂźhrt. Sie gilt fĂźr Lkw Ăźber 3,5 Tonnen. Sie wird in der Regel auf Autobahnen und grĂśĂeren StraĂen fällig, in BrĂźssel gilt sie auch im Innenstadtbereich.cite-ref-27[27] Sie wird per OBU (On Board Unit) bezahlt.cite-ref-28[28] Betreiber des Mautsystems ist das Unternehmen Satellic.cite-ref-29[29] Das mautpflichtige StraĂennetz und die dafĂźr geltenden Tarife wurden von den drei belgischen Regionen (Flandern, Wallonien und BrĂźssel-Hauptstadt) festgelegt. Eine Besonderheit ist, dass die Maut in Flandern und BrĂźssel-Hauptstadt eine Steuer ist, in Wallonien dagegen handelt es sich um eine mehrwertsteuerpflichtige GebĂźhr, da die StraĂen von dem Privatunternehmen SOFICO verwaltet werden.cite-ref-30[30]
Estland
Das estnische Parlament hat am 15. Juni 2017 ein Gesetz zur EinfĂźhrung einer Maut in Form einer elektronischen Vignette beschlossen. Sie gilt fĂźr Lkw Ăźber 3,5 Tonnen und orientiert sich am SchadstoffausstoĂ und der Achsanzahl.cite-ref-31[31]
Frankreich
In Frankreich wird die sogenannte pĂŠage fĂźr alle Fahrzeuge auf vielen Autobahnen erhoben. Die Autobahnen (A) sind blau (gebĂźhrenpflichtig), die NationalstraĂen (N) grĂźn und die DĂŠpartementstraĂen (D) weiĂ gekennzeichnet (beide gebĂźhrenfrei)cite-ref-32[32]. Im Elsass, in Lothringen und in der Bretagne ist die Autobahnbenutzung Ăźberwiegend kostenfrei. Die Autoroute A75 durch das Zentralmassiv zwischen Clermont-Ferrand und Montpellier ist bis auf den Viaduc de Millau mautfrei, ebenso Autobahnen, die durch Ballungszentren fĂźhren oder diese umgehen sollen. Die Erhebung erfolgt an festen Mautstellen durch Personal oder Automaten. Der Preis ist abhängig von der Entfernung und der Art des Fahrzeugs. Durchschnittlich kostet die Maut fĂźr einen Pkw etwa neun Cent pro Kilometer (Stand 2015).
In der Regel erhält der Autofahrer am Beginn der Mautstrecke bzw. an der Autobahnauffahrt ein Ticket. Abgerechnet wird dann die tatsächlich gefahrene Strecke am Ende der Mautstrecke bzw. an der Autobahnabfahrt mit Bargeld oder Karte. Ăber das Verfahren TĂŠlĂŠpĂŠage ist eine berĂźhrungslose Erfassung während der Fahrt mit Schrittgeschwindigkeit (an einigen Mautstellen mit bis zu 30 km/h) auf dafĂźr reservierten Fahrstreifen an den Bezahlstellen mĂśglich. Hierbei erhält der Nutzer ein kleines Bordgerät, das er an der Windschutzscheibe seines Fahrzeuges befestigen muss. Dieses Gerät kommuniziert Ăźber Mikrowellen mit seinem GegenstĂźck an den Mautstationen. In der Vergangenheit galt ein TĂŠlĂŠpĂŠage-Abonnement nur fĂźr die Autobahnen der jeweiligen Betreibergesellschaft; seit 2001 ist die gegenseitige Abrechnung mĂśglich. Dieser zusätzliche Komfort wird unter dem Namen liber-t beworben. Auf einigen Autobahnabschnitten werden die Mautstationen abgebaut und durch MautbrĂźcken ersetzt, bei welchen man mit regulärer Geschwindigkeit fährt, ohne abzubremsen. Die Maut kann man an diesem Free Flow genannten System entweder vorab durch Registrierung, oder per Mautbox (liber-t System) bezahlen. Im November 2022 wurde auf der A79 das Free-Flow System eingefĂźhrtcite-ref-33[33], im Jahr 2023 wird es auf der RN79 und im Jahr 2024 auf der A16 Paris Normandie eingefĂźhrtcite-ref-34[34].
Zur Finanzierung der Autobahnen verabschiedete Frankreich 1955 ein Gesetz, das ein Mautsystem zur privaten Finanzierung des Autobahnbaus im Rahmen von Konzessionsverträgen vorsah. Heute gibt es elf Betreibergesellschaften fßr das gut 11.000 Kilometer lange Streckennetz. Einzelne Strecken sind allerdings bis heute noch im Staatsbesitz.
1970 grĂźndeten fĂźnf Tiefbaukonzerne, darunter die SociĂŠtĂŠ gĂŠnĂŠrale d'entreprises (ab dem Jahr 2000 unter dem Namen Vinci firmiert), GTM und Jean Lefebvre, gemeinsam mit den Banken SociĂŠtĂŠ GĂŠnĂŠrale und Paribas die Autobahngesellschaft Cofiroute. Diese Unternehmen trugen die ganze Finanzierungslast und mussten mehr als fĂźnfzehn Jahre warten, bis das Betreibermodell die ersten Gewinne abwarf. Seit 1970 hat Cofiroute Ăźber 800 km Autobahnen im Westen Frankreichs errichtet. DarĂźber hinaus hat sie 1988 den ersten Autobahnsender (107,7 â Musik und Verkehrsfunk) eingerichtet. Die Geschäftstätigkeit der 65-prozentigen Vinci-Tochter erstreckt sich auf Europa, Nord- und SĂźdamerika und in geringem Umfang auf Asien.
Die StraĂenmaut in Frankreich wird in fĂźnf unterschiedliche Klassencite-ref-35[35] unterteilt, die sich aus der Beschaffenheit, HĂśhe und Gewicht des Fahrzeugs oder des Gespanns zusammensetzt:
⢠Klasse 1 (leichte Fahrzeuge): Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen und einer GesamthÜhe von weniger als 2 m sowie alle Gespanne mit einem Zugfahrzeug bis zu 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und einer GesamthÜhe bis zu 2 m.
⢠Klasse 2 (mittlere Fahrzeuge): Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen und einer GesamthÜhe zwischen 2 m und 3 m sowie alle Gespanne mit einem Zugfahrzeug bis zu 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und einer GesamthÜhe zwischen 2 m und 3 m.
⢠Klasse 3 (Lkw und Busse mit zwei Achsen, auf der Autobahn A14 werden alle Busse mit zwei Achsen in Klasse 4 eingestuft): Fahrzeuge mit zwei Achsen mit einem zulässigen Gesamtgewicht ßber 3,5 Tonnen und einer GesamthÜhe von weniger als 3 m.
⢠Klasse 4 (Lkw und Busse mit drei oder mehr Achsen): Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von ßber 3,5 Tonnen, mehr als zwei Achsen oder einer HÜhe ßber 3 m sowie alle Gespanne mit einem Zugfahrzeug mit ßber 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht oder mit einer GesamthÜhe ßber 3 m.
⢠Klasse 5: Motorräder (mit oder ohne Beiwagen) und Trikes
In Frankreich beschloss die Regierung 2009 die Einfßhrung einer Lkw-Maut.cite-ref-hb-36-0[36] Nach den Präsidentschaftswahlen kßndigte die neue Regierung im Oktober 2013 eine landesweite Aussetzung der Pläne an.
Siehe auch
:
âMautâ im Artikel Autobahn (Frankreich)
Italien
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Hauptartikel
:
Maut in Italien
In Italien wird der pedaggio fĂźr die meisten Autobahnen erhoben. StraĂen mit Autobahnzeichen auf grĂźnem Grund sind in der Regel mautpflichtig, mit blauem Hintergrund kostenfrei.
Die meisten Strecken werden im geschlossenen System betrieben. Die HĂśhe der Maut bestimmt sich nach zurĂźckgelegter Entfernung und benutzter StraĂe sowie nach der Fahrzeugklasse. Strecken mit hohem Bau- und Erhaltungsaufwand werden hĂśher bemautet. Einige wenige Strecken werden im offenen System betrieben. Hierbei wird fĂźr einen Streckenabschnitt mit mehreren Anschlussstellen oder eine ganze Autobahn, unabhängig von der zurĂźckgelegten Entfernung, nur ein Pauschalbetrag erhoben.
Zur Entrichtung der Maut zieht man im geschlossenen System an der Einfahrtstation an einem Automaten eine Mautkarte. Diese fĂźhrt man an der Ausfahrtstation in den dortigen Automaten ein und bezahlt die berechnete Maut. Im offenen System wird entweder ebenso oder lediglich bei der Ein- oder Ausfahrt oder in der Mitte eines Streckenabschnitts kassiert. In beiden Systemen kann die Maut bar, mit italienischer Kontokarte, mit Kreditkarte oder mit einer Guthabenkarte entrichtet werden, die auch auĂerhalb Italiens erhältlich ist. Nutzer, die keine der genannten Zahlungsweisen verwenden wollen, kĂśnnen eine On-Board-Unit namens Telepass im Auto oder am Kraftrad befestigen, die jede Ein- und Ausfahrt auf die Autobahn an die Mautstation meldet.
Kroatien
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Hauptartikel
:
Maut in Kroatien
FĂźr alle Autobahnen in Kroatien muss eine entfernungsabhängige Maut (Cestarina) gezahlt werden. AuĂerdem sind der UÄka-Tunnel und die Krk-BrĂźcke gebĂźhrenpflichtig. Wobei bei der Krk-BrĂźcke die Maut temporär aufgehoben wurde (Stand: August 2022). Hinzu kam 2011 noch die SchnellstraĂe von Koper (Slowenien) ab Anschlussstelle Umag nach Pula.cite-ref-37[37]
Niederlande
Fßr die Nutzung des Beneluxtunnel wurde von 1967 bis 1979 eine Maut verlangt. Am 14. März 2003 wurde der Westerscheldetunnel erÜffnet und ist fßr Kleintransporter, LKW und Busse mautpflichtig. Seit 2024 gibt es die erste Maut-Autobahn die A24 in den Niederlanden.cite-ref-adac-de-38-0[38] Aktuell wird der neue 26 Kilometer lange mautpflichtige Autobahnabschnitt der A15 zwischen Bemmel und Zevenaar gebaut.cite-ref-39[39] Der fehlende Abschnitt zwischen dem Knooppunt Benelux und Klaaswaal der A4 ist als Mautstrecke geplant. Eine flächendeckende Mautpflicht auf Autobahnen wird es in den Niederlanden jedoch nicht geben.cite-ref-adac-de-38-1[38]
Norwegen
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Hauptartikel
:
Maut in Norwegen
In Norwegen gibt es keine generelle Mautpflicht auf Ăśffentlichen StraĂen. Es wird aber häufig fĂźr die Benutzung von neu erbauten Kunstbauten (Tunnel, BrĂźcken) und neu errichtete oder generalsanierte StraĂenabschnitte eine zeitlich befristete Maut erhoben, bis das jeweilige Bauwerk abbezahlt ist (meist etwa 10 bis 15 Jahre). AnschlieĂend werden die Mautstationen abgebaut.
Einige PrivatstraĂen sind jedoch unbefristet mautpflichtig. Beispiel hierfĂźr sind die gerne von Touristen genutzten StraĂen Peer Gynt Vegen und Jotunheimvegen.
DarĂźber hinaus gibt es City-Mautringe um Oslo, BĂŚrum, Tønsberg, Kristiansand, Stavanger, Haugaland, Bergen und Namsos (Stand: 2010).cite-ref-40[40] Bei der Erhebung der City-Maut wird immer häufiger ausschlieĂlich auf ein automatisches Zahlverfahren namens AutoPass gesetzt, das mit einer On-Board-Unit arbeitet. Eine Bar- oder Kartenzahlung an den Mautstellen ist dann nicht mehr mĂśglich. Ausländische Autofahrer kĂśnnen die Maut entweder an Tankstellen kurz vor oder nach der Mautstation bezahlen, oder es wird die Maut später per Rechnung Ăźber eine Inkassofirma ohne Zuschläge erhoben. Einige Gemeinden verzichten bei ausländischen Fahrzeugen auch auf die Mauterhebung.
Seit 2009 gibt es fßr ausländische Autofahrer die MÜglichkeit einer zeitlich befristeten Teilnahme am AutoPass-Verfahren. Hierbei ist keine On-Board-Unit nÜtig, vielmehr wird bei der Anmeldung das Kennzeichen registriert und beim Durchfahren einer Mautstation auf der AutoPass-Spur automatisch erfasst. Die Abrechnung erfolgt ßber Kreditkarte.cite-ref-41[41]
FĂźr Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht Ăźber 3,5 Tonnen besteht seit 1. Januar 2015 eine Mautchip-Pflicht. Die Regelung, die fĂźr den Verkehr auf dem gesamten Ăśffentlichen StraĂennetz in Norwegen gilt, betrifft nur gewerblich genutzte Fahrzeuge. FĂźr den Erhalt muss mit einer Mautgesellschaft ein Vertrag geschlossen werden; der Chip selbst ist kostenlos. Er ist auch an Zollstellen und teilweise auf den Fähren erhältlich und muss an der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht sein.cite-ref-42[42] Bei jeder Mautstellen-Durchfahrt wird Ăźber den Chip der fällige Betrag abgebucht.
Polen
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Hauptartikel
:
Maut in Polen
In Polen sind die Hauptstrecken der Autobahnen A1, A2 und A4 per Gesetzesbeschluss sowohl fĂźr Personen- als auch fĂźr Lastkraftwagen mautpflichtig. Bei den Autobahnen A6, A8 und A18, SchnellstraĂen und ausgewählten Abschnitten der NationalstraĂen besteht fĂźr Lastkraftwagen Mautpflicht.
Bei Autobahnen muss zwischen vom Konzessionär und von der staatlichen GDDKiA betriebenen Abschnitten differenziert werden. Die von privaten Gesellschaften betriebenen Autobahnabschnitte sind meistens teurer als die von der GDDKiA betriebenen. AuĂerdem mĂźssen Personen- und Lastkraftwagen die Maut an den sich auf privat betriebenen Abschnitten befindlichen Mautstellen manuell bezahlen. Auf staatlich betriebenen Autobahn-, allen SchnellstraĂen- und ausgewählten LandesstraĂenabschnitten ist fĂźr alle Kraftfahrzeuge ein elektronisches Streckenmautsystem eingerichtet, das am 1. Juli 2011 die Vignettenmaut fĂźr Lkw ersetzt hat und seit 1. Juni 2012 fĂźr Pkw parallel zu der manuellen Entrichtung der Maut an Mautstellen benutzt werden kann. Die Kosten werden elektronisch aus den gefahrenen Kilometern mit Hilfe von MautbrĂźcken und der im Fahrzeug benĂśtigten viaBOX (Lkw) und viaAUTO (Pkw) errechnet.
Zur Vermeidung von unbeabsichtigter Zahlung kĂśnnen an den Verkaufsstellen kostenlose âAluminium-Safesâ abgeholt werden, in denen die viaBox aufbewahrt werden soll.
Portugal
In Portugal wird auf einem GroĂteil der Autobahnen und GroĂbrĂźcken eine entfernungsabhängige portagem erhoben.cite-ref-43[43] Andere StraĂen in Portugal sind weitgehend mautfrei. In Portugal wird eine streckenbezogene Maut erhoben. Mautpflichtig sind in Portugal alle Fahrzeuge. In der Regel muss bei der Auffahrt zur Autobahn ein Ticket an der Mautstation gezogen werden, welches bei der Abfahrt von der Autobahn bezahlt werden muss. Neben der Ăźblichen Barzahlung ist seit 1991 auch das elektronische Abbuchungssystem Via Verde in Betrieb. Immer mehr Mautstationen in Portugal sind fĂźr die automatische Mauterfassung konzipiert, sodass elektronische Mauterfassungsgeräte zur Abwicklung benĂśtigt werden.
Mautkategorien
Die HĂśhe der MautgebĂźhren ist abhängig von der zurĂźckgelegten Strecke und der Fahrzeugklassecite-ref-44[44]. Folgend ein Ăberblick Ăźber die Fahrzeugklassen zur Mauterfassung in Portugal
| Fahrzeugklasse | Fahrzeug |
|---|---|
| Klasse 1 | Motorräder und Pkw (auch mit Anhänger) mit einer HÜhe an der ersten Achse unter 1,10 Meter . |
| Klasse 2 | Kfz mit zwei Achsen und einer HĂśhe an der ersten Achse Ăźber 1,10 Meter. |
| Klasse 3 | Kfz mit drei Achsen und einer HĂśhe an der ersten Achse Ăźber 1,10 Meter. |
| Klasse 4 | Kfz mit mehr als drei Achsen und einer HĂśhe an der ersten Achse Ăźber 1,10 Meter. |
Schweden
Das StraĂennetz in Schweden ist fĂźr Pkw im Allgemeinen nicht mautpflichtig, auch zahlreiche Autofähren (schwedisch vägfärja) der Reederei der StraĂenverkehrsbehĂśrde Trafikverket sind kostenfrei zu benutzen.
Ausnahmen hiervon sind:
⢠Sowohl in Stockholm (Test im Jahr 2006, regulär seit 2007) als auch in GĂśteborg (seit 2013) gibt es Stadtbereiche, die mit der Trängselskatt (wĂśrtlich Gedrängesteuer) belegt sind, welche das Verkehrsaufkommen an Werktagen reduzieren soll. Diese wird von den Fahrzeugen beim Passieren von Mautstellen erhoben, d. h. beim Ein- und Ausfahren aus diesem Bereich. Es bestehen jedoch Ausnahmen. So wird die Steuer nur an Werktagen von etwa 6â18 Uhr erhoben, wobei Tage vor Feiertagen nicht als Werktage gelten. Der Ăźbliche Urlaubsmonat Juli ist komplett frei. Weiterhin sind einige Fahrzeugklassen (z. B. Diplomatenfahrzeuge) ausgenommen. Seit dem 1. Januar 2015 werden auch im Ausland angemeldete Fahrzeuge erfasst.cite-ref-45[45] In Stockholm sind zudem Fahrten durch den Bereich von und nach LidingĂś ausgenommen, da diese Kommune nur Ăźber das Stockholmer Stadtgebiet zu erreichen ist. Die technische LĂśsung besteht darin, dass Ăźber der Fahrbahn Kameras angebracht sind, die passierende Fahrzeuge aufnehmen. Die Kennzeichen werden automatisch erkannt und die Maut dem Fahrzeughalter in Rechnung gestellt.
⢠Die beiden Brßcken ßber den Svinesund sind Grenzßbergänge nach Norwegen und mautpflichtig. Die neue Svinesundbrßcke wurde wenige Wochen nach ihrer Fertigstellung mit einer Maut belegt, um die fßr den Bau aufgenommenen Kredite abzutragen. Die Brßcke wurde ohne den Einsatz von Steuergeldern gebaut. Die alte Brßcke ßber den Svinesund von 1946 wurde gleichzeitig auch mit Maut belegt.
⢠Die ĂresundbrĂźcke ist GrenzĂźbergang nach Dänemark. Sie wurde ebenso Ăźber Kredite finanziert und ist zu deren Finanzierung mautpflichtig.
⢠Autofähren, die nicht in das allgemeine StraĂennetz aufgenommen wurden, sind kostenpflichtig.
FĂźr Lkw ab einer zGM von 12 t ist eine elektronische Vignette (âEurovignetteâ) vorgeschrieben.
Slowakei
Seit 1995 besteht in der Slowakei eine Mautpflicht auf Autobahnen und SchnellstraĂen. Motorräder sind mautfrei. Nicht gebĂźhrenpflichtige StraĂen sind durch das Verkehrszeichen BEZ ĂHRADY gekennzeichnet. Seit 2016 wird die Maut fĂźr Pkw ausschlieĂlich elektronisch erhoben.
FĂźr Lkw wurde das System mit Beginn 2010 durch ein System auf der GPS-Basis ersetzt.
Siehe auch
:
Maut in der Slowakei
Slowenien
â
Hauptartikel
:
Maut in Slowenien
In Slowenien sind alle Autobahnen (slowenisch Avtocesta) sowie der Karawankentunnel durch die Maut Cestnina kostenpflichtig.
Am 1. Juli 2008 fßhrte Slowenien eine Vignette nach Üsterreichischem Vorbild ein. Es gab die Vignette als Jahres- (55 Euro) und Halbjahresvariante (35 Euro), was zu heftiger Kritik von in- und ausländischen Automobilclubs fßhrte. Hintergrund war, dass Slowenien keine Vignette mit kßrzerer Dauer herausgab. Somit verteuerte sich eine Fahrt hin und zurßck um rund 27 Euro im Vergleich zur streckenabhängigen Maut.
Ab 1. Juli 2009 wurde fßr Pkw zusätzlich zu der ebenfalls neuen Wochenvignette (15 Euro) auch eine Ein-Monats-Vignette, die 30 Euro kostet, eingefßhrt. Im Gegenzug wurde der Preis fßr die Jahresvignette von 55 auf 95 Euro erhÜht und die Halbjahresvignette abgeschafft.cite-ref-47[47]cite-ref-48[48] Fßr einspurige Fahrzeuge gab es eine Jahresvignette fßr 47,50 Euro, eine Halbjahresvignette fßr 25 Euro und eine Wochenvignette fßr 7,50 Euro. (Stand: 2013)
Ab 2014 änderten sich die Preise fĂźr die Jahresvignette bei Pkw von 95 auf 110 Euro, bei einspurigen Kraftfahrzeugen von 47,50 auf 55,50 Euro, sowie die Halbjahresvignette fĂźr einspurige Kfz von 25 auf 30 Euro. Weitere Ănderungen wurden bei Fahrzeugklassen und Preisen vorgenommen, siehe Autobahnvignette Slowenien.cite-ref-49[49]
Spanien
In Spanien ist ein Teil der Autobahnen kostenpflichtig. Die Maut (span. Peaje) hängt von der Streckenlänge ab und wird an Mautstellen erhoben. Mautpflichtig sind im Wesentlichen die privat gebauten Autopistas. Die von der Ăśffentlichen Hand betriebenen AutovĂas sind immer kostenlos. Nicht mautpflichtig sind auch die von den Regionen (Autonome Gemeinschaften Spaniens) unterhaltenen Autobahnen, wie z. B. die Ringautobahnen in den Ballungszentren. Kostenpflichtig sind hingegen die Radialautobahnen, die rund um Madrid die bestehenden AutovĂas entlasten sollen. MautgebĂźhren werden nicht gerundet, sondern centgenau erhoben, was bei Barzahlung umständlich sein kann.
Tschechien
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Hauptartikel
:
Maut in Tschechien
In Tschechien besteht auf SchnellstraĂen und Autobahnen fĂźr alle Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen auĂer Motorrädern und Trikes eine Vignettenpflicht. Die HĂśhe der Maut richtet sich nach dem Gesamtgewicht von Kraftfahrzeug und einem eventuellen Anhänger. Es gibt Jahres-, Monats- sowie 10-Tages-Vignetten.cite-ref-50[50]
Der Preis fĂźr die 10-Tages-Vignette stieg 2012 auf 310 Kronen (rund 11,60 Euro). Die Monats-Vignette kostet 440 Kronen (16,50 Euro), die Jahres-Vignette 1.500 Kronen (56,10 Euro).
Die seit 2007 fĂźr Fahrzeuge Ăźber 12 Tonnen bestehende entfernungsabhängige Maut auf Autobahnen und SchnellstraĂen wurde 2010 auf Fahrzeuge Ăźber 3,5 Tonnen ausgeweitet. Sie wird Ăźber ein Mikrowellensystem abgerechnet. Im Fahrzeug braucht man dazu eine premid-Box, die es an Tankstellen gibt.cite-ref-51[51] Die Maut betrug bis 2011 durchschnittlich 5 Kronen (etwa 18 Eurocent) pro Kilometer. 2012 wurde sie um 25 % erhĂśht.
TĂźrkei
Sechs tĂźrkische Autobahnen (tĂźrkisch Otoyol) sind mautpflichtig. Auf diesen muss eine entfernungsabhängige Maut gezahlt werden. Tunnel und teure Bauwerke sind nicht gesondert mit Maut belegt, auĂer den beiden Bosporus-BrĂźcken in Istanbul. AuĂer einer allgemeinen Autobahnmaut gibt es keine sonstigen GebĂźhren auf tĂźrkischen StraĂen. SchnellstraĂen sind mautfrei.
Die Einnahmen durch MautgebĂźhren betrug im laufenden Jahr 2005 231 Millionen TĂźrkische Lira und sollen am Ende des Jahres nach amtlichen Schätzungen bei 350 Mio. YTL liegen. Die Bosporus-BrĂźcken wurden von Ăźber 90 Mio. Fahrzeugen benutzt und die mautpflichtigen StraĂen von Ăźber 80 Mio. Fahrzeugen.
Siehe auch
:
Liste der Autobahnen in der TĂźrkei
Ungarn
â
Hauptartikel
:
Maut in Ungarn
In Ungarn wird auf den Autobahnen M1, M3, M5, M6, M7, M30 und M35 Maut fĂźr alle Fahrzeuge erhoben. FĂźr Pkw gibt es Vignetten fĂźr zehn Tage, einen Monat oder ein Jahr. Die Zulassungsnummern der Pkw werden gespeichert und man erhält lediglich eine Bestätigung. Es wird nichts hinter die Windschutzscheibe geklebt, die ĂberprĂźfung der bezahlten Maut wird elektronisch Ăźber das registrierte Kennzeichen durchgefĂźhrt. Das Kennzeichen wird dabei ohne Trennzeichen und ohne Umlaute gespeichert, so dass beispielsweise zwischen âG-ULF1â und âGU-LF1â oder aber zwischen âFĂ-R123â und âF-UR123â nicht unterschieden wird. Die Maut kann bei fast jeder Tankstelle bezahlt werden. Die Buchung der MautgebĂźhr ist mit Kreditkarte auch Ăźber das Internet mĂśglich.cite-ref-52[52]
Seit dem 1. Juli 2013 wird eine streckenabhängige elektronische Lkw-Maut in Ungarn auf definierten Streckenabschnitten des StraĂennetzes (Autobahnen, AutostraĂen und NationalstraĂen) in einer Gesamtlänge von 6513 km erhoben. Die HĂśhe der streckenabhängigen Maut hängt von dem benutzten StraĂentyp, von der Fahrzeugkategorie (J2, J3, J4) und von der Umweltklasse ab.
| Kategorie | Erklärung |
|---|---|
| J2 | Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht ßber 3,5 Tonnen mit zwei Achsen |
| J3 | Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht ßber 3,5 Tonnen mit drei Achsen |
| J4 | Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht ßber 3,5 Tonnen mit vier oder mehr Achsen |
Um am ungarischen Lkw-Mautsystem teilnehmen zu kĂśnnen, gibt es zwei verschiedene MĂśglichkeiten: die automatische und die manuelle Streckenbuchung. Bei der manuellen Streckenbuchung muss dabei noch zwischen der Einbuchung an einem Mautstellen-Terminal und der Einbuchung Ăźber ein Internet-Portal von HU-GO unterschieden werden.
Die automatische Einbuchung erfolgt ßber eine freiwillig eingebaute On-Board-Unit. Die MauthÜhe wird per Satellitennavigation ermittelt und zwecks Abrechnung per Mobilfunk an den Zentralrechner des Betreibers des On-Board-Geräts z. B. GPS-ART Kft.cite-ref-53[53] Dieser ßbermittelt die ausgewerteten Daten an die AAK, damit dieser die Streckenmaut einziehen kann. Dazu lässt das Speditionsunternehmen zunächst seine mautpflichtigen Fahrzeuge bei HU-GO online registrieren. Der Einbau kann vor oder nach der Registrierung durch einen autorisierten On-Board-Vertragspartner erfolgen.
Weitere europäische Staaten
Belgien, Dänemark, Luxemburg, die Niederlande und Schweden erheben eine Lkw-Maut gemäà Eurovignettensystem. In Belgien sind zusätzlich der Liefkenshoektunnel, in Dänemark/Schweden die ĂresundbrĂźcke und in Dänemark die StorebĂŚlt-BrĂźcke gebĂźhrenpflichtig.
⢠In Albanien wird auf der Autostrada A1 fßr die Durchfahrt des Kalimash-Tunnels seit 2018 eine Maut erhoben. Auch ein 2024 erÜffnetes Teilstßck der A1 zwischen Thumana und Kashar ist Maut zu bezahlen. Fßr den 2024 erÜffneten Llogara-Tunnel soll ab 2025 Maut erhoben werden.
⢠In Bosnien und Herzegowina wird auf der A1 die entfernungsabhängige Cestarina/Putarina fßr alle Fahrzeuge erhoben. Allerdings besteht noch kein geschlossenes Mautsystem, da noch nicht an allen Auf- und Ausfahrten Mauthäuschen errichtet wurden.
⢠In Bulgarien ist fĂźr alle Kraftfahrzeuge fĂźr die Benutzung der nationalen StraĂen (ausgenommen innerstädtische StraĂen) der Erwerb einer elektronischen Vignette (bulgarisch: ĐиноŃка, in Lateinschrift Vinetka) vorgeschrieben. Auf die Vignettenpflicht wird meist durch entsprechende blau-weiĂe Schilder am Anfang einer vignettenpflichtigen StraĂe hingewiesen. Zusätzlich mĂźssen fĂźr alle Kraftfahrzeuge fĂźr die Benutzung der DonaubrĂźcke zwischen Rousse (Bulgarien) und Giurgiu (Rumänien) (E70/E85) GebĂźhren bezahlt werden.
⢠In GroĂbritannien wird fĂźr 13 BrĂźcken eine Maut erhoben, beispielsweise auf dem Dartford Crossing und die Humber-BrĂźcke. Weiterhin ist nĂśrdlich von Birmingham die M6 Toll mit einer Maut belegt.
⢠In Nordmazedonien wird auf den meisten Autobahnabschnitten eine entfernungsabhängige Patarina erhoben.
⢠In den Niederlanden sollte ab 2011 eine kilometerabhängige Maut fĂźr alle StraĂen eingefĂźhrt werden. Dies ist zwischenzeitlich wieder auf Eis gelegt. Eine flächendeckende Maut fĂźr Pkw haben die Niederlande bisher nicht eingefĂźhrt.cite-ref-54[54] Lkw ab einer zulässigen Gesamtmasse von 12 Tonnen benĂśtigen jedoch die Eurovignette.
⢠In Russland gibt es keine Maut fĂźr die StraĂenbenutzung, sondern eine Transportsteuer auf Fahrzeuge, die regional unterschiedlich hoch ist, und deren HĂśhe in die Kompetenz der regionalen Gesetzgebung fällt. Seit November 2015 wird jedoch eine Schwerverkehrsabgabe auf Transportfahrzeuge ab einer HĂśhe von 12 Tonnen erhoben, die momentan (Stand 24. April 2017) 1,91 Rubel pro gefahrenen Kilometer beträgt, und ab 2018 schlieĂlich 3,73 Rubel betragen soll, siehe Platon (Schwerverkehrsabgabe).
⢠In Serbien wird auf allen nationalen Autobahnen (siehe: Autobahn (Serbien) und Liste der Autobahnen in Serbien) eine entfernungsabhängige Maut (serbisch: Putarina) erhoben. Bis 2008 waren die Gebßhren fßr Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen hÜher als fßr einheimische Fahrzeuge. Seit 2009 gelten fßr ausländische und serbische Fahrzeuge dieselben Gebßhren.cite-ref-56[56]
Mautsysteme auĂerhalb Europas
⢠In Argentinien wird auf einigen FernstraĂen eine Maut erhoben.
⢠In Australien gibt es einzelne mautpflichtige StraĂen, wie zum Beispiel den CityLink in Melbourne. Es handelt sich dabei wie in den USA um privat finanzierte StraĂenbauten.
⢠In Brasilien sind vor allem in den Bundesstaaten Rio de Janeiro, SĂŁo Paulo, ParanĂĄ, Santa Catarina und Rio Grande do Sul viele BundesstraĂen (die in Ballungszentren als Autobahnen ausgebaut sein kĂśnnen) mautpflichtig. Mautpflichtige StraĂen sind im Gegensatz zu mautfreien in gutem Zustand. Die Maut wird an Mautstellen bar erhoben. Internationale Kreditkarten funktionieren nur selten.
⢠In Chile wird auf allen Autobahnen und SchnellstraĂen Ăźber eingeschaltete Zahlstationen eine pauschale Maut erhoben. Eine Besonderheit stellt die Metropolregion von Santiago de Chile dar. Im Stadtgebiet sind Ăźber der Fahrbahn Maut-BrĂźcken aufgestellt, die nachts blau beleuchtet sind. Jedes Fahrzeug muss einen Transponder haben, Ăźber den dann monatlich die GebĂźhren eingezogen werden. Fehlt dieser Transponder, wird geblitzt und zusätzlich ein BuĂgeld erhoben, sofern das Kennzeichen nicht beim Konzessionär gemeldet ist.
⢠In Indien werden auf den meisten Autobahnen (Expressways) und mehrspurig ausgebauten Abschnitten des FernstraĂennetzes (National Highways) MautgebĂźhren erhoben. Die NutzungsgebĂźhren der Expressways sind im Allgemeinen hĂśher als die der National Highways. Die Abrechnung erfolgt zumeist in bar, an einigen Mautstellen Ăźber RFID-Transponder.
⢠In Israel ist fßr die privat errichtete Autobahn Nr. Maut zu bezahlen. Es gibt dabei keine Mautstellen, die Gebßhren werden ßber Transponder (am billigsten), Kennzeichenerfassung mit voriger Registrierung (teurer) oder Kennzeichenerfassung mit Besitzerausforschung (am teuersten) verrechnet. Ausländische Kennzeichen sind in diesem System nicht vorgesehen, da solche in Israel kaum unterwegs sind.
⢠In Japan wird auf vielen Autobahnen, BrĂźcken, Tunnels und PanoramastraĂen eine relativ hohe GebĂźhr verlangt.
⢠In Kanada ist der 108 km lange Highway 407ETR, der den Ballungsraum Toronto in west-Üstlicher Richtung durchzieht, Kanadas erste mautpflichtige Autobahn. Auf dem ETR (Express Toll Route) gibt es keine Zahlstellen; die Gebßhren werden beim Auf- und Abfahren entweder ßber Transponder oder automatische Kennzeichenerfassung ermittelt. Die HÜhe der Mautgebßhr ist unter anderem von der Tageszeit abhängig.
⢠In Mexiko wählt man bei den ĂberlandstraĂen zwischen zwei StraĂentypen: cuota (mautpflichtig) oder libre (mautfrei), Die mautpflichtigen StraĂen sind allgemein in einem deutlich besseren Zustand, frei von engen Kurven und starken Steigungen und mit Notrufsäulen sowie Abschleppdiensten an den Mautstellen ausgestattet. In neuerer Zeit wurden mautpflichtige Autobahnen auch ohne direkte Ortsdurchfahrten durch kleine DĂśrfer gebaut und sind dadurch auch gänzlich frei von Bremsschwellen (topes). Abgerechnet wird auf kostenpflichtigen StraĂen bei der Durchfahrt durch Mautstellen in bar oder mit der IAVE-Karte. Letztere ist bargeldlos und rechnet die MautgebĂźhr direkt Ăźber die Kreditkarte ab. Die mautpflichtigen StraĂen in Mexiko sind verhältnismäĂig teuer, so dass die kostenfreien Abschnitte mit Lastwagen ĂźberfĂźllt sind. Die Mautstrecken lohnen sich vor allem wegen der Zeitersparnis.
⢠In Namibia wird bei der Einreise eines nicht in Namibia registrierten Fahrzeuges eine fahrzeugabhängige GebĂźhr erhoben. FĂźr in Namibia registrierte Fahrzeuge ist die StraĂenbenutzungsgebĂźhr durch die Kraftfahrzeugsteuer und Kraftstoffabgaben abgegolten.cite-ref-57[57] Hinzu kommt eine gewichts- und distanzabhängige Abgabe von Lkw. Ab 2023 wurden Planungen zur EinfĂźhrung von einigen Mautstationen vorangetrieben. Zuletzt im Januar 2025 wurde das Projekt aber verworfen.cite-ref-58[58]
⢠In Peru ist die Panamericana fßr alle Fahrzeuge gebßhrenpflichtig.
⢠In Sierra Leone befindet sich eine erste StraĂe mit MautgebĂźhr seit 2016 im Bau. Seit 2017 werden an den ersten drei Bezahlstellen GebĂźhren erhobencite-ref-59[59]
⢠In Singapur ist die Einfahrt ins Stadtzentrum fßr alle Fahrzeuge gebßhrenpflichtig. Die Abrechnung erfolgt ßber einen Transponder.
⢠In SĂźdafrika wird auf einigen Strecken wie z. B. Tunnels, Teilstrecken auf NationalstraĂen und dem Chapmanâs Peak Drive eine fahrzeugabhängige Maut erhoben.cite-ref-60[60]
⢠In SĂźdkorea gibt es ein dichtes Netz sehr gut ausgebauter Autobahnen (Expressways), diese sind gebĂźhrenpflichtig. Man zahlt pro Benutzung abhängig von der Strecke, abgerechnet wird beim Verlassen der Autobahn â in bar oder elektronisch. DarĂźber hinaus wird fĂźr die Durchfahrt der drei Namsan-Tunnel in der Hauptstadt Seoul, die verschiedene Stadtviertel nĂśrdlich und sĂźdlich des Namsan-Berges verbinden, eine gesonderte Maut erhoben.
⢠In Thailand sind die Expressways bzw. Motorways mautpflichtig. Ăhnlich wie in Frankreich gibt es eine Streckenmaut mit Mautstellen.
⢠In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind bisher lediglich in Dubai seit Juli 2007 bestimmte Strecken mautpflichtig, insbesondere Teile der Sheik Zayed Road. Hierbei werden die Fahrzeuge mittels RFID-Technik an bestimmten Punkten â sogenannten Tollbridges â seitens des Betreibers Salik erfasst.cite-ref-61[61]
⢠In den Vereinigten Staaten sind viele StraĂen mautpflichtig (siehe auch E-Z Pass). Vor allem im Osten und in Kalifornien sind StraĂen, sogenannte tollways und turnpikes, BrĂźcken und Tunnel privat finanziert. Der Preis der Ăberquerung der Golden Gate Bridge in San Francisco beträgt fĂźr Pkw und Motorräder 8,40 Dollar in Richtung Innenstadt. Die Gegenrichtung ist kostenlos.cite-ref-62[62] Der Boston Harbor Tunnel kostet zwei Dollar. In einigen Städten ist eine Citymaut nach dem Vorbild Londons geplant. Der Chicago Sticker fĂźr 75 Dollar ist schon eingefĂźhrt. Eine in den USA praktizierte Methode ist es, zwei parallele StraĂen anzubieten, von denen eine gebĂźhrenpflichtig ist. Dieses wird auch als Value Pricing bezeichnet. Es gibt verschiedene Modelle: In der Regel mĂźssen Autos, die nur mit einer Person besetzt sind, fĂźr die Nutzung der toll roads zahlen, während die Nutzung fĂźr Fahrzeuge mit zwei oder mehr Personen kostenlos ist (High-occupancy vehicle lane).
⢠In Vietnam werden MautgebĂźhren an autobahnähnlichen StraĂen (Expressways) an Mautstellen in bar oder mit Smart Card gezahlt.
Mautprellerei
Die Mautprellerei ist der juristische Ausdruck fĂźr das Befahren von MautstraĂen ohne Entrichtung der Maut. In Ăsterreich handelt es sich gemäà § 20 BundesstraĂen-Mautgesetz 2002 um eine VerwaltungsĂźbertretung, die mit einer Geldstrafe von 300 bis zu 3000 Euro bestraft wird.
Sonstiges
Das Mautsystem hat theoretische Informatiker angeregt, das Mautproblem zur Diskussion zu stellen. Dieses beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit aus den zwischen den Mautstellen einer StraĂe bestehenden Entfernungen RĂźckschlĂźsse auf alle Abstände der Mautstellen gezogen werden kĂśnnen.
Siehe auch
Literatur
⢠Alexander Dambach: Verkehrspolitik auf deutscher und europäischer Ebene. Akteure, Verflechtungen, Handlungsspielräume â dargestellt am Beispiel StraĂenbenutzungsgebĂźhren. Dissertation, Universität Heidelberg 2007. (Volltext online)
⢠Patrick Gasch: Grenzen der Verwertbarkeit von Daten der elektronischen Mauterfassung zu präventiven und repressiven Zwecken. Duncker & Humblot Erscheinungsjahr 2012, ISBN 978-3-428-13642-1.
⢠Michael Ramstetter: Die StraĂe gehĂśrt dem Volk. Internationale Investoren und Baukonzerne träumen nach wie vor von einer Privatisierung der deutschen Autobahnen. Der ADAC hält dagegen. In: ADAC motorwelt. ISSN 0007-2842, Heft 12/2005, S. 40.
⢠Michael Rodi (Hrsg.): Fairer Preis fĂźr Mobilität. StraĂenbenutzungsgebĂźhren als Instrument zur Steuerung von VerkehrsstrĂśmen. 2. Greifswalder Forum Umwelt und Verkehr 2006. Lexxion, Berlin 2007, ISBN 978-3-939804-15-4. (= Schriftenreihe Umwelt â Recht â Gesellschaft; 4)
⢠Sebastian Hartmann: Die Vereinbarkeit der sogenannten Pkw-Maut mit dem Recht der Europäischen Union. Ergon-Verlag Wßrzburg 2016, ISBN 978-3-95650-153-1.
Weblinks
Wiktionary: Maut
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Maut
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Bundesministerium fßr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Deutschland Informationen des BMVBS ßber die Lkw-Maut in Deutschland
⢠ADAC Allgemeine Mautinformationen
⢠Maut â Profitable, unĂśkologische und teure TotalĂźberwachung? Eine Information des BUND am SĂźdlichen Oberrhein
⢠SociÊtÊs d'autoroutes Mautinformationen fßr Frankreich
⢠ĂAMTC Mautinformationen fĂźr Ăsterreich
⢠Klaus-Peter Schmid: Maut in Germany. In: Die Zeit, 4. Januar 2005
⢠Europäische Mautmodelle aus volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Sicht.
⢠Mehrere Studien und Maut-Vergleiche aller EU-Mitgliedstaaten. VerÜffentlicht 2012 von der EU-Kommission (englisch)
⢠GPS-ART Mautmanager Ungarn
⢠Internet-Portal von HU-GO. Abgerufen am 4. August 2013.
⢠Mautßbersicht und Länderinformationen Europa
⢠Die Maut Informationen zur aktuellen rechtlichen Lage
⢠Pkw-Maut in Deutschland â Aktuelle Informationen zur deutschen Mautpflicht
⢠Pkw-Maut ßber HSN-TSN oder Fahrzeugsuche berechnen
⢠Ăbersicht der verschiedenen Mautsysteme in Europa inklusive Karte auf Impargo.de
Einzelnachweise
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